11.05.2010 Die vom Deutschen Bundestag beschlossene Haushaltssperre im Bereich des Marktanreizprogramms für erneuerbare Energien bleibt vorerst bestehen.
Bislang wurden Solarthermieanlagen, Wärmepumpen und andere Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien finanziell durch den Staat gefördert. Diese Förderprogramme waren Teil des Marktanreizprogramms für Erneuerbare Energien. Nun hat der Deutsche Bundestag beschlossen, dass damit erst mal Schluss ist und eine qualifizierte Haushaltssperre verhängt. Das bedeutet, dass alle noch nicht bewilligten Anträge auf Förderung abgelehnt werden und für das Jahr 2010 auch keine neuen Anträge mehr bewilligt werden können.
Die Reaktion auf dem Markt ist bereits spürbar. Interessenten sind verunsichert und fragen sich, ob sich eine Investition in Solarthermie zur Unterstützung der Warmwasserbereitung oder die Anschaffung einer Wärmepumpe als ökologisches Heizsystem ökonomisch noch rentiert. Um daraus resultierende Absatzeinbrüche abzufedern, sind Hersteller zu Sonderrabatten bereit. Auch wird es zu einer allgemeinen Preisniveauanpassung kommen. Die Endkunden haben also in der Regel kaum finanzielle Nachteile zu befürchten. Sie müssen aber besonders gut Preise vergleichen. Schwieriger wird es für Anbieter, die nun versuchen müssen, Gewinneinbrüche oder gar Verluste durch massive Kosteneinsparungen zu kompensieren. Dies wird mittelfristig zu einer Konsolidierung auf dem Markt führen. Auch wenn dies grundsätzlich ein gesunder Prozess sein kann, sind sich Experten einig, dass die beschlossene Haushaltssperre kurzfristig eher negative gesamtwirtschaftliche Effekte mit sich bringen wird. Man hätte besser eine schrittweise Förderkürzung beschließen sollen.